Umbau und Sanierung einer denkmalgeschützten Villa im Tiroler Unterland
10.2017-10.2018

Die einzige denkmalgeschützte Villa Tirols aus den 60-er Jahren, 1963 von den Architekten Stigler und Stigler aus Innsbruck geplant, ist ein wunderbares frühes Beispiel der Moderne. Die Fassaden sind aus Sichtbeton, Natursteinmauerwerk und Klinkermauerwerk. Horizontal geschichtete Ebenen wurden geschickt in den Hang gebaut, Gebäude und Außenanlagen verschmelzen zu einer gesamtkompositorischen Einheit.

Die, bereits in der ursprünglichen Planung, ineinander übergehenden Räumlichkeiten, wurden durch Entfernung von Zwischenmauern noch offener gestaltet.

Generalsanierung:
Die Villa wurde generalsaniert, Leitungen, Böden, Fenster und Türen, Dächer und Außenanlagen erneuert.

Statische Grenzwerte:
Die ursprüngliche Bemessung der Wände und Decken war, der damaligen Zeit entsprechend, materialsparend und nicht mehr belastbar. Es mussten gewichtssparende Materialien für Wände und Fußbodenaufbauten eingesetzt werden, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden.

Thermische Sanierung als Herausforderung:
Eine Außendämmung der Fassaden war aus optischen Gründen nicht möglich. Alle Wände wurden mit Innendämmung thermisch saniert.

Baubiologie:
Im Bereich der Wände wurden mineralische, diffussionsoffene Leichtbauplatten (Multipor) verwendet. Für die Stürze und Parapette der Fenster und Terrassentüren kamen Purenit – Holz - Verbundplatten zum Einsatz. Die Beschüttungen und Trittschalldämmungen der Decken sind rein mineralisch. Es wurden keine Klebebänder und keine Dampfbremsen eingesetzt, auf Silikon wurde (mit Ausnahme der Bäder/Fliesen) verzichtet.

Letztendlich sind wir sehr stolz auf eine baubiologisch sehr gelungene Sanierung unter besonderer Berücksichtigung der ansprechenden Gestaltung.
Die Villa wurde generalsaniert. Leitungen, Böden, Fenster und Türen, Dächer und sogar die Außenanlagen wurden erneuert bzw. saniert.
Eine Außendämmung der Fassaden war aus optischen Gründen nicht möglich. Außenwände wurden mit Innendämmung thermisch saniert und neue 3-Scheiben-Isolierglasfenster- und türen eingebaut.
Im Bereich der Wände wurden mineralische, diffussionsoffene Leichtbauplatten (Multipor) verwendet. Für die Stürze und Parapette der Fenster und Terrassentüren kamen Purenit – Holz - Verbundplatten zum Einsatz. Alle Materialien sind recycelbar bzw. biologisch abbaubar.
Klinkermauerwerk ist auch im Innere ein Hauptgestaltungselement und wurde von Restauratoren aufwändig gereinigt, ausgebessert, angepasst und ergänzt. Die offene Stiege wurde originalgetreu mit Trittstufen aus massiver Eiche saniert.
Die, bereits in der ursprünglichen Planung, ineinander übergehenden Räumlichkeiten, wurden durch Entfernung von Zwischenmauern noch offener gestaltet und lediglich teilweise durch Glaswände ersetzt.
Alle Einbaumöbel, wie hier in der Küche, wurden mit einem Abstand von 3,5 cm von der Wand eingebaut. Dieser Luftraum ist besonders im Bereich der Aussenwände nötig um durch eine entsprechende Zirkulation die diffussionsoffene Wand "atmen" zu lassen.
Die Innenwände wurden mit Tonputz verputzt, welcher besonders atmungsaktiv ist und ein gutes Raumklima schafft. Die, hier gut sichtbaren, abgehängten Decken, wurden mit einem Abstand von 2,5 cm von den Wänden montiert, um eine Zirkulation der Raumluft im Bereich der Decken zu ermöglichen.

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