Ich wuchs in Oberalm bei Salzburg in einer weltoffenen, liberalen und viel reisenden Familie mit vier Geschwistern auf. In Bezug auf Bau, Technologie und Kreativität bin ich vorbelastet. Mein Großvater väterlicherseits war Steinmetz, mein Großvater mütterlicherseits war Maschinenbauer, mein Vater war Baumeister und meine Mutter eine der ersten Architektinnen Österreichs.
Schon als kleiner Junge habe ich meinen Vater begleitet. Eine Baustelle war einfach viel interessanter für mich als der Kindergarten. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich als Siebenjähriger mit meiner Mutter vor dem Dom von Florenz stand und vor Begeisterung auf und nieder hüpfte. Diese Freude an interessanten Bauwerken ist mir stets geblieben.
Meine Eltern gewährten mir eine Jugend in enormer Freiheit. Solange ich meine schulischen Pflichten erfüllte, konnte ich tun und lassen was ich wollte. Ich war ständig unterwegs und erkundete die mich umgebende Welt.
Nach der Matura im Erzbischöflichen Privatgymnasium Borromäum in Salzburg, leistete ich den Militärdienst ab und besuchte einen Abiturientenlehrgang an der Handelsakademie in Salzburg und einen weiteren einen fdür Hochbau an der HTL in Mödling.
Weil ich gerne und gut zeichnete, nahm man mich an der Universität für Angewandte Kunst in Wien zum Arcchitekturstudium auf. 1986, nach 6 Jahren bei Prof. Holzbauer, erhielt ich mein Diplom in der Fachrichtung Architektur.
Noch während des Studiums durfte ich die erste Studienreise einer europäischen Universität nach China miterleben. Gleich nach dem Diplom erhielten mein Studienkollege Ivo Martinek und ich, als einzige der gesamten Hochschule, das „Rom-Stipendium“ und wir verbrachten ein halbes Jahr in Italien.
Danach ging ich für eineinhalb Jahre in die USA. Ich absolvierte ein Master-Studium und unterrichtete Freihandzeichnen, Perspektive und Architekturentwurf an der Cornell University in Ithaca, New York.
Zurück in Österreich arbeitete ich in verschiedenen Architekturbüros im Raum Salzburg und legte nach Absolvierung der geforderten Praxiszeiten meine Ziviltechnikerprüfung ab. 1993 erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit und die Gründung der Firma „Geistlweg-Architektur".
Viele Projekte wurden gebaut. Die Familie wuchs und drei Söhne wurden geboren. Meine beiden jüngeren Söhne, Douglas und James, studieren in Wien. Mein ältester Sohn Harry arbeitet als Architekt in London. Wir bearbeiten fast alle Projekte gemeinsam.
Bei Neubauten ist uns eine nachhaltige, sich perfekt in die Landschaft einfügende Bauweise, wichtig.
Seit 15 Jahren liegt der Arbeitsschwerpunkt im Bauen im Bestand. Hier ist das Bewahren des Bestandes und eine ressourcenschonende und platzsparende Planung vorrangig. Wir helfen damit den BauherrInnen Geld zu sparen und gleichzeitig die Qualität des Bauwerks enorm zu steigern.
Edgar Spraiter