Schülerheim "Winklhof"
Wettbewerbsbeitrag zum Neubau eines Schülerheims in Oberalm, Salzburg - 2012
Entwurf: Mag. arch. Edgar Spraiter
Das Schloss Winklhof wird freigestellt
Ein seitliches Freistellen des Schlosses erscheint uns als die adäquateste Lösung.
Wie im Süden des Schlosses bewirkt eine Durchgangsmöglichkeit das Loslösen
von den seitlich anschließenden Bauten ohne dabei den Charakter eines geschossenen Hofes zu verlieren.
 
Das Schulgebäude wird mit SchülerInnenheim verschmolzen – Winkel im Hof
Zwei Baukörper kann man mittels Zäsur im rechten Winkel aneinanderstellen – wie dies z. B. beim Schloss lt. obiger Beschreibung erfolgt ist. Man kann diese beiden Körper auch miteinander verschmelzen. Durch das Zusammenfügen der Schule mit dem Heim entsteht ein Winkel im Winklhof. „Nomen est omen“ ist dabei ein netter Zufall.
 
Attika- bzw. Traufenhöhe dem Schloss angepasst
Die Traufenhöhe des SchülerInnenheimes ist in diesem Bereich exakt jener des Schlosses angepasst.
 
Die Stiege der Schule bleibt erhalten
Die mit Ungarisch-Rot Marmor belegte Bestandsstiege wird erhalten, in den Aufschließungsbereich integriert und mit einem Personenlift aufgewertet. Alle Bereiche des Schülerheimes und der Schule sind damit barrierefrei erschlossen.
 
Extrudiertes Dach
Die Methode Gaupen aus dem Dach visuell herauszuziehen wird seit langem bei kleinformatiger Dachdeckung angewandt. Dies ist auch bei den Gaupen des Schlosses und insbesondere des bestehenden Schulgebäudes am Westdach ablesbar. Wenn man dieses „Herausziehen“ auf eine größere Dachfläche anwendet, kann man das bestehende Dach in jede Richtung verlängern, vergrößern oder umlenken. Um also das SchülerInnenheim an die Schule anzuschließen haben wir das Dach des neuen Baukörpers aus dem Bestand „herausgezogen“ bzw. Extrudiert.
 
Baukörper folgt „extrudiertem Dach“
Die Rundung des „extrudierten Daches“ bestimmt die Form des Bauköpers darunter. Im Rundungsbereich der Anbindung befindet sich die Erschließung mit Verteilerhalle, Lift und angrenzendem Stiegenhaus. Giebeldach wird zum flach geneigten Dach Am Ende der Extrusion auf Höhe des Schlosses entsteht ein mit 7 Grad flach geneigtes Dach welches, von den Höfen aus gesehen, als Flachdach erscheint.
 
Holzbau mit Holzfassade?
Ein Holzbau hat eine Holzfassade, ein Massivbau eine Putzfassade. Diese landläufige Meinung ist technisch nicht richtig. Meist wird die Fassade den Wünschen
oder Gegebenheiten angepasst, egal welches tragende Material dahinter steckt. Für eine Fassadenbekleidung gelten daher primär inhaltlich-gestalterische
Kriterien.
 
Ein Schlosshof braucht eine Putzfassade?
Nicht unbedingt; eine Putzfassade ist nur dann notwendig, wenn eine Holzfassade nicht ins Ensemble passt. Unserer Meinung nach ist dies hier der Fall. Um
eine visuelle Homogenität zu erreichen, werden also die drei verputzten Seiten des Hofes mit einer vierten Putzfassade vervollständigt.
 
Schule / Umbau
Der Großteil des Schulgebäudes bleibt unverändert.
Neben dem bestehenden Stiegenhaus wird ein behindertengerechter Personenlift eingebaut. Im 1. OG und im EG werden neue WC´s für Knaben eingerichtet.
Alle drei neuen Klassenräume werden im 2.OG untergebracht.
Das Dach wird hofseitig erneuert um der veränderten Geometrie des Anbindungsbereiches zum SchülerInnenheim Rechnung zu tragen.
 
SchülerInnenheim
Die Zimmer entsprechen den Vorgaben, lediglich die Betten wurden größer als angegeben geplant, da wir der Meinung sind, dass Betten mit 90/200 für die
Größe der heutigen Jugendlichen in einigen Fällen nicht ausreicht.
Im EG befinden sich 7 Doppelzimmer, Besprechungszimmer und Gemeinschaftsräume.
Im 1. OG befinden sich 9 Doppelzimmer, Dienstzimmer, Teeküche und Übergang zum Schloss.
Im 2. OG befinden sich 10 Doppelzimmer, Gruppenraum und Teeküche.
 
Materialien Holzbau
Die Außenwände, Decken und Zwischenwände werden in Massivholzplatten unterschiedlicher Stärke errichtet. Die Trennwände erhalten jeweils einseitig aus
Schallschutzgründen eine Fermacell-Vorsatzschale, die Decken für Installationszwecke eine abgehängte GK-Decke.
Die großteils sichtbaren Holzoberflächen und der Eichenboden ergeben einen sehr angenehmen, wohnlichen Charakter.
 
Passivhausbauweise
Massivholzplatten mit 35 cm Holzfaser-Wärmedämmung garantieren, in Zusammenhang mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung,
den geforderten Passivhaus-Standard.
Photovoltaikmodule am Dach können aufgrund der idealen Dachneigung und Ausrichtung nach Süden optional angebracht werden.

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