Rund um´s Schloss
 

Wettbewerbsbeitrag für die Erweiterung und Bestands- Funktionssanierungen für das Ausbildungszentrum Schloss Oberrain in Unken, 2013
 
Entwurf: Mag.arch Edgar Spraiter
Präsentation: Aleksandra Mnich, Harry Spraiter
Bauen rund um den Platz – Campus Schloss Oberrain
Die Gebäude des Ausbildungszentrums „Schloss Oberrain“ gruppieren sich um einen weitläufigen Hof, welcher das Gefühl eines „Campus“, wie an anglosächsischen Universitäten üblich, aufkommen lässt.
 
Dieser Freibereich wird geometrisch über eine Ellipsenform klar definiert. Diese wird durch Querverbindungen zu den einzelnen Gebäuden und durch die bestehende Baumgruppe mit Pavillon sowie durch das bestehende Schwimmbad gegliedert. Bodeneinbauleuchten markieren die beiden wichtigsten Verbindungswege. Ein Hügel stellt neben einer topographischen Bereicherung einen visuellen Abschluss gegen Osten dar.

Verkehr
Eine Einbahnregelung rund um die Ellipse, mit außenliegenden „Kreiseln“ um die Wäscherei und die Gärtnerei stellt eine klare und beruhigende Definition des Verkehrs dar.

Zentrale Erschließung
Zwischen Neubau und umgebautem Mädchenheim ist eine zentrale Stiege mit Lift angeordnet. Dieser großflächig verglaste Bereich dient als Haupteingang und Verteiler für beide Wohngebäude.
Umbau Mädchenheim / Bauteil E
Drei von sechs Wohngruppen werden im Mädchenheim angeordnet. Alle Zimmer sind nach Osten orientiert. Wohngruppe 3 liegt im EG, Wohngruppe 4 im OG und Wohngruppe 5 im EG und im OG. Diese Gruppe weist zusätzlich zur Hauptstiegenerschließung eine interne Treppe auf. Die westliche der beiden tragenden Mittelmauern wird belassen und dient als Abschlusswand der Zimmerbereiche. Die Zweibettzimmer (25 m2) reichen bis zur Außenmauer, die Einbettzimmer (18 m2) erhalten zusätzlich einen ostseitigen Freibereich. Dieser Bereich kann wahlweise innenliegend ein Teil der Zimmer sein oder dem Außenbereich als Loggia zugeordnet werden.
Die Fluchtstiege im Norden wird abgebrochen.

Multifunktionale Raummöbel
70 bis 90 cm breite und 230 cm hohe Raummöbel gliedern als u-förmige Zwischenwandkonstruktion die Wohn u. Essbereiche und dienen beispielhaft als Küche, Abstellraum oder Raum für Waschmaschine und Trockner.

Neubau Wohnen
Im Neubau werden zwei der sechs Wohngruppen – je eine Gruppe im Erdgeschoß und eine im 1.OG - angeordnet. Die Zimmer sind nach Süden bzw. nach Westen rund um einen zentralen Wohn- u. Essbereich ausgerichtet.

Sitznische und sichtbarer Holzbau
Besonders tiefe Fensterlaibungen werden als Rahmen aus BSH (Brettsperrholz) raumprägend und dienen auf Tischhöhe als Sitznische. Dieser Bereich ist mit einer Fixverglasung abgeschlossen. Zusätzlich sind im Bereich des Schreibtisches Drehkippfenster für Lüftungszwecke angeordnet.
Die Trennwand zum Nachbarzimmer besteht aus BSH und wird nicht verkleidet um den Wohlfühlfaktor des Holzes im Wohnbereich fühl- und sichtbar zu belassen.
Holzbau
Die unschlagbaren Vorteile, welche für den Holzbau in Bezug auf Nachhaltigkeit zutreffen, sollen hier ausgenützt werden. Massivholzplatten (BSH) dienen als tragende Wände und Decken, Steinwolle oder Holzwolledämmung fungieren als außenliegender Wärmeschutz.

Grüne Wände
Im Bereich der fensterlosen Wandbereiche wird die Fassade des Neubaues begrünt. Leichte Nirogitter vor der lediglich mit Kleber überzogenen WDVS-Fassade ermöglichen immergrünen und blühenden Rankpflanzen den Bewuchs. Anmerkung: Anpflanzung und Pflege könnte als Teil der Gärtnerausbildung herangezogen werden. Die Südwand (an den Campus angrenzend) wäre aufgrund der Südlage für einen oder mehrere Marillenbäume denkbar.

Sitzbereiche vor der grünen Wand
Sitz-Tröge sind allen drei Gebäuden hofseitig vorgelagert. Für begrünte Fassadenteile sind diese mit Erde gefüllt. Das „Sitzen am Bankerl - an der Hausmauer“ wertet den Bereich zum attraktiven Treffpunkt auf.

Fassadenmuster in abstrakter Analogie zur „Grünen Wand“
Ein dezent aufgetragenes Muster auf der Holzfassade aus sägerauer Lärche - oder alternativ auf einer Putzfassade aufgetragen, fasst alle Gebäudeteile visuell und thematisch zusammen. Unter Tags nur leicht sichtbar, leuchtet das Muster durch Beigabe von UVPigmenten in der Dämmerung.
Horizontales Grünraumkonzept
Westlich des neuen Wohnheims wird der Außenbereich möglichst durchgängig grün gehalten. Die am Wohnheim vorbeiführende Verbindungsstraße zur Schlosserei ist als befahrbare Rasenfläche (Verstärkung des Untergrunds mit Schwerlastgitter) konzipiert.

Gärtnerei / Bauteil C
Die Gärtnerei ist Teil des o.g. horizontalen Grünraumkonzeptes. Im Osten wird das Gebäude durch eine Erdanschüttung begrünt. Diese „Aufwölbung“ des Grünraums unterstützt die klare thematische Trennung zum Wohnen. Aspekte der Nachhaltigkeit, wie lokale Verwendung des Aushubs und Dämmwirkung des Erdreichs, komplementieren das Konzept. Als Nutzung ist ein Hain aus Obstbäumen gedacht – mit einer möglichst hintereinander folgender Fruchtfolge, beginnend mit Kirsche, Birne und Äpfel.

Nebengebäude zum Schloss / Bauteil C
Eine neue Erschließung aller Geschoße mittels Stiege und Lift wird unmittelbar im Schnittpunkt beider Eingänge im Erdgeschoß angeordnet. Durch Niveauangleichungen im EG sind die Umkleiden, die WC´s und die Lager des Küchenbereiches ideal angeschlossen. Der Haupteingang muss nicht mehr über das 1. OG erfolgen, die Außentreppe kann auf Wunsch abgebrochen werden.

Im 1.OG und im 2. OG ist die sechste Wohneinheit situiert. 4 Einzelzimmer und 2 Doppelzimmer sind im 1.OG untergebracht. Im 2. OG sind 2 Einzelzimmer, BetreuerIn und der Wohn- u. Essbereich angesiedelt. Trotz Höhenunterschied zwischen Längs- u. Querbaukörper sind die geforderten behindertengerechten Zimmer erfüllt. Zur Erschließung der beiden Einzelzimmer im 2. OG wird ein nordseitig gelegener, verglaster Zugang in das bestehende Dach eingebaut.

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