Einfamilienhaus, Salzburg - 1994
Entwurf: Elsa Nichol Spraiter, Mag.arch. Edgar Spraiter
Moderne Architektur hat kein Giebeldach?

An einem steilen Wiesenhang im Keltendorf Bad Dürnberg gelegen, setzt sich dieses Haus intensiv mit dem "Bauen am Lande" auseinander. Elemente der traditionellen Bauernhäuser der Umgebung, wie geradläufige Zentralstiege, Heueinfahrtsöffnung, Erker und Giebeldach werden übernommen und im Sinne einer veränderten Nutzung geändert. Diese Konzept beeinflusst naturgemäß auch die gängige räumliche Formulierung der im Einfamilienhaus üblichen Räume.

Aufbauend auf einem freien Grundriss, wird die zentrale, einläufige Stiege zum verbindenden Element einer Diagonal-Längs-Bewegung. Daran schließen Räume hierarchisch gestaffelt an. Die inhaltlich wichtigsten Räume werden dabei leicht in Richtung Aussicht und Blick auf den Untersberg - den Hausberg der Salzburger - gedreht. Der Erker beherbergt Küche und Bad, die Heueinfahrt wird zum zweigeschossigen Speisezimmer und unter dem Giebeldach befindet sich ein Kindernest.

Ein Dachgiebelfenster über dem Stiegenhaus ermöglicht aufgrund der durchgehenden Raumfolgen eine Belichtung bis in den Eingangsbereich im Keller.

Wichtig ist uns eine Kontinuität der traditionell-relevanten Elemente der Umgebung, wobei bereits der Grundkörper des Gebäudes als ein solches Element gesehen wird. Im Prinzip beschränkt sich die Gestaltung auf die Interpretation der geänderten Nutzung. Dadurch ist es für den Betrachter nur schwer eruierbar, ob es sich um einen Um- oder Neubau handelt. Die meisten tippen bezeichnenderweise auf einen Umbau. Ein modernes Haus hat kein Giebeldach?

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